Dienstag, 1. August 2006
Törnberichte
Samstag 15.07.2006 - Rund Kastelholmen im Gummiboot

Um 22.00 Uhr waren endlich alle da, die Kojen sind inzwischen verteilt und die Sachen verstaut. Und die Skipperin ist bei der Umrundung von Kastellholmen mit der Gummisau (so´n ganzer Hafentag ohne Bootfahren ist einfach nix) vom Dampferschwell pitschenass geduscht worden. Inzwischen ist es sogar hier etwas dunkel geworden, noch ein Pläuschchen im Cockpit
und dann in die Koje.

Sonntag 16.07.2006 - Einkaufen mit Clou und los

Sabine hatte uns ja vorgewarnt: Frühaufstehen ist nicht ihr ureigenstes Ding. Dass wir heute erst um 12.30 Uhr vom Steg in Vasahamnen ablegen, liegt aber nicht allein daran. Immerhin müssen wir uns alle zunächst zurechtfinden und miteinander arrangieren. Mit dem gemeinsamen Frühstück auf unserem „Sonnendeck“ haben wir jedoch eine gute Grundlage gelegt und müssen uns anschließend lediglich darüber klar werden, mit welchem Verkehrsmittel wir den Weg zum Supermarkt zurücklegen – mit dem Bus oder
per pedes? Aber wozu haben wir eigentlich die „Clou“? Wenn nur das Aus- und Einparken nicht wäre – fast wie in Eimsbüttel und Eppendorf. Der Mensch auf dem Kutter am Strandvägskajen findet es dann auch partout nicht lustig, dass wir bei ihm längsseits gehen wollen. Aber zum Glück ist da noch sein freundlicher Bootanstreichender Nachbar aus Riga, der uns gern seine Steuerbordseite anbietet.

Nach gefühlten viereinhalb Stunden in einem Mini-Supermarkt mit schier unerschöpflichem Sortiment transportieren wir diverse Rucksäcke und Klappkisten wieder zur „Clou“. Endlich kann es losgehen. Jutta und Michael werden leichtsinniger Weise schon ans Steuer gelassen, während Katharina und Ludwig Dienst an der Karte leisten, Christiane sich einfach überall nützlich macht und Sabine schwer an der Verantwortung trägt. So überbrücken wir die nächsten zweieinhalb Stunden, während uns der Wind klar zu erkennen gibt, dass wir heute nicht mit ihm rechnen können. Das einsehend, machen wir fest in der Bucht Pålnasviken; nur wenige Bier später riecht es lecker nach Spaghetti Bolognese unter und an Deck, so dass die badenden Crewmitglieder schnell wieder mit offenen Mündern an Deck sitzen. Und wann stehen wir morgen auf?

Crew an Bord

Montag 17.07.2006 - Der frühe Vogel schafft 40 Meilen

Von unserem letzten Log-Eintrag zu Höchstform angestachelt, überrascht uns unsere Skipperin mit acht Uhr Weckzeit! ... was aber leider keiner von uns so richtig mitbekommt, jedenfalls bis zu dem Moment, als sie sich draussen ins mittelkalte Wasser stürzt. Ermutigt durch Ihre Garantie, dass das beim Wachwerden hilft, ersparen wir uns die Suche nach Duschen, und stürzen ihr hinterher.

Nach Frühstück und dem Nachfüllen des Wassertanks geht’s richtig los: kaum aus der Bucht rausmotort, drehen wir in den Wind, und hoch die Segel! Michael und Jutta an der Karte, zunächst Ludwig und später Katharina am Steuer – mit schönem Amwindkurs und kurzen Kreuzschlägen geht’s weiter durch das schwedische Seglerparadies. Der Skipperin kann man nicht hart genug am Wind fahren, und später finden Sabine und auch Michael noch mal den Weg hinters Steuer – als dann mehr Wasserfläche zur Verfügung steht, wo er, wie er sagt, keine Manöver fahren muss. (Einige Quellen wollen auch Christiane am Steuer gesehen haben, aber sie bestreitet dies.) Kurz nach Verlassen der engeren Passagen dreht der Wind und frischt deutlich auf, und zwar so sehr, dass wir erst mit einem, dann mit zwei Reffs fahren – was aber unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auch nicht mehr
unter sieben Knoten drücken kann. Und weil’s so gut läuft, entscheiden wir uns für Kurs aus Nynäshamn – was uns zu Beginn des Tages noch als ‚viiiel zu weit, das schaffen wir nie an einem Tag’ vorgekommen war. Wir schaffen's doch – und müssen uns mangels freier Liegeplätze ins Päckchen mit einer Luxus-Motorjacht legen. Nach langem Tag und fast vierzig geschafften Meilen beschliessen wir zur Belobigung der Crew heute weder zu kochen noch Geschirr zu spülen – wir gehen aus!

Dienstag 18.07.2006 - Seehunde, Trolle + luxuriöse Plumpsklos

Nachtrag zu gestern: mit dem Essen mussten wir noch warten, da der Besitzer der Motoryacht, an der wir längsseits gegangen waren uns nicht neben sich duldete. Er behauptete die Fähren würden mächtige Wellen schlagen und sich damit den Spitznahmen ‚Mr. Big Wave’. Wir konnten beim holländischen Nachbarn festmachen und um 21:30 saßen wir vor unserem Festmacherbier im Restaurant.
P. S. Die Monsterwelle ist nie gekommen...

Der lange versprochene Nordwind klopfte morgens um 7 h schüchtern ans Boot. Beim Auslaufen hatte er sich bereits weitgehend verabschiedet und wir dümpelten zunächst mit schwachem achterlichen Wind durch die sattgrüne Schärenlandschaft. Vögel hockten auf ihren bevorzugten Rastinselchen und an Steuerbord tauchte ein Seehund auf. Am Nachmittag drehte der Wind auf SW und wir konnten mit wenigem Kreuzen und langen
Schlägen bis in den Clubhafen Broken segeln. Hier gibt es einen zauberhaften Steingarten, aus dem in jedem Moment Trolle brechen können, eine Sauna, Tischtennisplatten und die wohl luxuriösesten Plumpsklos, die wir je getroffen haben. Beim Anlegen war der Kartoffelauflauf von Christiane fast fertig. Michael und Ludwig legten mit dem Dingi den Heckanker neu aus, warteten aber solange, bis das gebührend in Fotos festgehalten worden war.

Dingi-Manöver

Mittwoch 19.07.2006 - 0,9 bis sieben Knoten mit Nudeln und Yogi Tee
58°19,33’ N 016°53,85’ E

Ich glaube, jetzt weiß ich, wie es geht. Man muss einfach aufstehen und losfahren, wenn man am frühen (!) Morgen vom Großfall geweckt wird, anstatt es festzubinden, sich wieder hinzulegen, und dann mit
Ausschlafen, Frühstücken und Losfahren solange zu brauchen, bis die Tagesflaute einsetzt. Tja, soweit die theoretische Erkenntnis. Außerdem entpuppten sich die angesagten N 4-5 als SSE-SSW und 4 erst ungefähr ab 17.00 Uhr. So sind wir also bei schon wieder strahlendem Wetter erst gedümpelt und dann gekreuzt, weshalb wir beim Etmal von 42 SM erst um 23 Uhr abends in dem vermeintlich verschlafenen Nest Tyrislöt festgemacht und dann sogar noch mal verholt haben, um an einen Stromanschluss ranzukommen. Das mit dem „verschlafen“ war aber ein extremer Irrtum. Auf der Suche nach Klos kamen wir doch an der Pub-Party mit irischer Live-Musik vorbei und die Leute haben wie wahnsinnig das Tanzbein geschwungen. Da konnten wir ja nicht an uns halten und mussten auch noch mal auf’s Parkett. Nach der Party stiegen alle auf ihre Motorböötchen, um auf ihre Schäre zu verschwinden. Und wir haben uns schon gewundert, warum in diesem Hafen so viele Motorboote liegen...
Aber, auch wenn sich das oben erstmal nicht so anhört: Segeln hat super Spaß gemacht, abwechslungsreich, von 0,9 bis 7,0 Knoten war alles dabei.

Wir haben eine Seehund-Kolonie getroffen und Jutta hat bei voller Schräglage gekocht, es gab Nudeln mit Pesto und Rucola-Salat und Christiane hat uns, als es kälter wurde, noch einen Yogi-Tee kredenzt. So, gerade erzählt mir Ludwig, er hat das Großfall festgebunden. Hm, aha, na, mal gucken, wie wir morgen in die Puschen kommen. Inzwischen ist es jedenfalls fast 1.00 Uhr und wir haben uns den Schlaf redlich verdient.

Donnerstag 20.07.2006 23:56 - Wind und Welle gut
57°45,73’ N 016°38,87’ E

7 Uhr - das Großfall schlägt – Ludwig das war wohl nix.... .Dank Christianes selbstlosen Einsatzes können wir noch bis ca. 8 Uhr schlafen, aber dann treiben uns der Wind und die guten Vorsätze aus dem Bett. Um 9:30 geht es ohne Frühstück in Richtung Västervik los.
Auf der Suche nach dem richtigem Wind schlängeln wir uns zwischen diversem „Gekrüssel“ durch in Richtung offener See. Dort erwarten uns zwar ziemlich große Wellen, aber der Wind kommt direkt von vorne. Wieder in den Schären setzen wir endlich Segel und fangen an, "Wenden zu üben".
Jutta wartet mit dem Kaffeekochen solange, bis wir wieder weiter draußen sind und ordentlich hohe Wellen haben, um uns dann einen erstklassigen Cappuccino mit frisch aufgeschäumter Milch zu präsentieren.
Frisch gestärkt steuern wir zielstrebig unseren Hafen an und machen gegen 19 Uhr (!) fest.
Västervik überrascht uns mit einer schönen Hafenpromenade, und wir stärken uns begleitet von Live Musik mit Pizza und Fisch.
Morgen früh geben wir dem Großfall keine Chance – von 6 bis 8 Uhr haben wir noch eine freie Waschmaschine abbekommen...

Freitag, 21.07.2006 - Vom Waschsalon zum auf Schäre grillen
57°27,29’ N 016°42,96’ E

6:00 Uhr !!! Wecker für`s Wäsche waschen!!! Diesmal war es zum Glück nicht das Großfall, dank Ludwig, der aber leider den Wecker ausstellen musste, da Christiane mit dem Hering von gestern kämpfte. Na dann vielleicht morgen ausschlafen.

Die Hafengebühr hat sich wirklich gelohnt, (waren bisher echt sparsam), saubere Wäsche, sonnen am Pool, mit 23 Grad warmen Wasser und richtig Auslauf. Bei so einem Angebot fiel es uns doch recht schwer, Västervik zu verlassen, was wir dann ja auch erst gegen 13:50 geschafft haben. Doch vorher war noch Essen bunkern angesagt, wie immer ein Erlebnis, da Christiane alles einpackte, was Sie finden konnte, und Michael, Katharina und Ludwig wieder fleißig auspackten, mit einem lockeren Spruch, das brauchen wir doch nicht. Das konnten Sabine und Jutta noch toppen, in dem Sie eine SMS an Christiane schickten mit der Aufforderung, nicht ganz Västervik leer zu kaufen. Beim Grillen auf der den Schären fehlte dann gleich mal die Majonäse. Hab ich es nicht geahnt! Was für ein Pech für alle! Das hat dem Grillabend aber keinen Anbruch getan, nur die Mücken trieben uns wieder unter Deck!! Leider.

Ach, gesegelt sind wir heute natürlich auch, zwar nur 23 sm, bei strahlenden Sonnenschein, Südostwind der an Stetigkeit mal wieder abnahm. Das Wetter wurde auch immer trüber, die Temperaturen dagegen stiegen, was Sabine gleich zu einem Bad in unserer malerischen und recht einsamen Ankerbucht inspirierte, natürlich nicht ohne fleißig zu sein: den Rumpf von außen zu schrubben, war schon lange mal wieder fällig!! ( PS: Grüße an unsere Vorgruppe!! ;))

Schärengrillen

Sonntag 23.07.2006 06:37 - Flaute und Nachtfahrt um und bei Kalmar
56°22,38’ N 016°10,33’ E (und noch immer unterwegs)

Nach einer durchwachten Nacht... nein, nicht die Nachfeier vom Grillen, sondern die wütenden Horden an Mücken und anderem Getier hielten einige von uns ganz schön auf Trab gestern Nacht. So sehr, dass größere Teile des Segeltages einfach verschlafen wurden ("Waaas, da war ein Fort an der Spitze der Insel? Hab ich gar nicht gesehen...") In der Einfahrt zum Kalmarsund erwischte uns dann die Flaute. Was macht der geflautete Segler? Er beschäftigt sich – mit Kaffeekochen, Postkartenschreiben, Deckschrubben oder auch Abendessen zubereiten. Alternativ bringt er den Rettungsring am Schlepptau aus, und badet... nach und nach ließen sich alle Crewmitglieder im Kalmarsund auch unter der Wasserlinie blicken. Das ganze in Erwartung des Abendessens, das diesmal von Katharina gestellt wurde. Während des Essens wurde noch beraten, ob wir trotz der schwachen Winde die Nacht durchsegeln, oder doch Kalmar anlaufen. Die verschiedenen Wetterberichte versprachen zwar keine Besserung, aber ansonsten sprach so einiges für eine Lichterfahrt, so dass wir die Ausfahrt für Kalmar – hinter der im Abendrot angestrahlten, gewaltigen Kalmarsundbrücke – an Steuerbord liegen ließen.
Die erste Drei-Stunden-Wachmannschaft ging gegen elf Uhr auf ihre Posten. Der kleine Zoo, den wir auf der Schäre gestern Abend an Bord genommen haben, begleitet uns noch immer – z.B. der Mückenschwarm ist am Heck deutlich achteraus zu hören. Während ich dies hier schreibe, nähert sich das Ende unserer Wache. Vielleicht wird ja während einer der nächsten Wachen noch etwas hinzugefügt...
Oh ja, ich möchte doch nicht unerwähnt lassen, dass wir durchaus Spitzengeschwindigkeiten (mal abgesehen von den Motorzeiten) von über 4 Knoten hatten und zwar hauptsächlich dank geglückter Spinnaker-Experimente. Endlich hatten mal nicht immer nur die anderen so’n buntes Ding.
Und jetzt ist natürlich schon Sonntag, morgens um zwanzig vor vier und es wird hell, ist bewölkt, aber trocken und wir machen Fahrt, immer Richtung SSW.
(...)
Von Fahrt machen kann nicht wirklich die Rede sein, als die nächste Wache mit Christiane, Sabine und Michael das Ruder übernimmt. Das Log zeigt ganze 0,0 Knoten an – lediglich der südliche Strom rettet uns vor dem Stillstand. Als der Kaffee seine Wirkung zeigt und die Augen größer werden, nimmt erst der Nebel, dann allerdings der Wind langsam aber merklich zu. Beim Aufgang der Sonne als glutroter Feuerball am nordöstlichen Horizont um 4:45 Uhr können wir (im Nachhinein) auch die Vorbeifahrt an einer unbeleuchteten Untiefentonne konstatieren, die wir eine Dreiviertelstunde zuvor auch unter Aufbietung aller technischen Hilfsmittel nicht entdecken konnten. So langsam ist es Zeit zum Kaffeekochen, damit auch die nachfolgende Wache wieder gut an Deck kommt. Auch das Kartenblatt mit Kalmar ist geschafft. Wenigstens haben wir so ein paar Meilen vorzuweisen :-).

Kalmarsundbrücke

Montag 24.07.2006 01:05 - Ruhiger Hafen...

56°05,592’ N 015°49.391’ E
Sonntag, 23. Juli 2006
Nach der doch etwas durchwachsenen Nacht entscheiden wir uns spontan gegen unser Fernziel Karlskrona und legen gegen 13:30 in dem verschlafenen Fischerdorf Torham an.
Nach einer gemeinsamen Eispause (Vanilleeis mit frischen Erdbeeren!) versucht jeder, sich auf seiner eigenen Weise von der Nacht zu erholen. Den meisten von uns hilft dabei ein Bad in der kühlen Ostsee und ein kurzes Nickerchen.
Nach dem Abendbrot und einer Riesenportion Mousse au Chocolade geht es uns allen wieder so gut, das wir uns auch diese Nacht um die Ohren schlagen werden – diesmal nicht mit segeln, sondern mit Doppelkopf spielen...

Spinnaker

Montag 24.07.2006 23:58 - Der Bäcker hat Schuld
Der Bäcker hat Schuld
56°00,684’ N 014°41.989’ E

Bis Mitternacht haben wir gestern mit dem Doppelkopf ausgehalten, um in Michaels heutigen 31. Geburtstag hineinfeiern zu können. Mit Kerzen, Muffin und Untiefen-Betonnung auf dem Geburtstagstisch!
Morgens müssen wir zunächst auf das Ablegen unserer im „Päckchen“ längsseits liegenden Nachbarn und dann noch auf die Brötchen warten, da der Bäcker erst um 9 Uhr öffnet. Um 10.45 starten wir unter Motor und tuckern die Strecke durch unsere letzten Schären bis Karlskrona (10 sm), von wo aus wir wieder hinaus auf die freie Ostsee starten. Der Wind frischt auf, kommt aber wie schon gewohnt von vorn. Auf unserer Kreuz durch die Hanö-Bucht testen wir verschiedene Methoden, uns mit der extremen Krängung der Clou zu arrangieren. Als da wären: Steuern, Navigieren, Reffen und vor allem Extrem-Kochen unter Deck. In letzterer Disziplin tut sich besonders Sabine hervor (Foto), die uns nach dem Anlegen in Hälsvik leckeres Hühnchen in Erdnusssauce kredenzt. Nach insgesamt sechzig Seemeilen ist das Essen auch dringend notwendig. Bevor wir ins Bett verschwinden, einigen wir uns noch darauf: Wenn der Bäcker früher aufgestanden wäre, hätten wir sicher siebzig Meilen geschafft.

Extremkochen

Mittwoch 26.07.2006 10:40 - Wie es wirklich war...
55°25,545’ N 013°49.00’ E

Dienstag, 25.Juli 2006
So, Hällevik war ja echt nett, nicht so aufgebrezelt extra für den Yachttouristen. Wir haben also erstmal einigermaßen ausgeschlafen, der freundliche Hafenmeister hat uns auch nach seiner Öffnungszeit noch Diesel verkauft und wir haben uns mit frischem Räucherfisch eingedeckt. Um elf sind wir dann ausgelaufen, schön wie geplant mit WNW ordentliche Düse gemacht, wunderbar. Das Vergnügen währte jedoch nur kurz: Erst das Reff raus, dann die Genua setzen, dann trotzdem nur 2,5 Knoten, also nicht lange zippern, Maschine an. Schließlich wollten wir bis Ystad kommen. Nach ‚ner guten Stunde kommt Wind auf, hm, aus SE. Tja, also Genua wieder hoch, und wieder hoch an den Wind, diesmal auf Steuerbord-Bug. Na OK, wir würden bei Simrishamn dann schön abfallen können, das ist doch gut. Aber der Wind hält gar nicht durch bis dort. Wieder Maschine an und rechtzeitig bei Simrishamn frischt es wieder auf, nun ratet mal von wo. Natürlich aus West. Genua runter, Reff rein, gegenan knüppeln, ich war echt angepisst. Ich fing schon an, das persönlich zu nehmen. Die Crew sah das allerdings anders. Muffelig schaute ich nach achtern und sah nur strahlende Gesichter angesichts der schönen Düse, des spaßigen Seegangs und des schönen Wetters. Lockere Spruchfetzen flogen an meine Ohren „unter dem machen wir’s doch nicht“, da konnte ich nun auch nicht mehr weitermuffeln und hab’ mich gefreut, dass diese Crew ganz schön viel gelernt hat in den paar Tagen, optimal Höhe steuern, wenden, einreffen, ausreffen, Vorsegel wechseln, navigieren, unterwegs kochen und sonstige Leckereien zubereiten, die sich mit Flauten abwechselnden Gegenwinde mit Humor nehmen – wunderbar. So, dann gab es auch, während wir die letzten 13 Meilen gegenan motorten (der Wind hatte wieder nachgelassen, aber der Schwell war noch da) Kartoffelsalat und Räucherfisch, lecker und echt praktisch: es kann nicht so schnell kalt werden im Wind. Kurz vor Ystad werde ich geweckt, das Großsegel ist schon unten, die Hafeneinfahrt voraus. Dann müssen wir allerdings noch 20 Minuten Parkplatz suchen und sind um 23.45 Uhr fest. Feierabendbierchen, Klo, Koje, gute Nacht.

Sonnenuntergang

Donnerstag 27.07.2006 09:44 - Fest im Schmugglerhafen

Wir sind also in Ystad, der Stadt in dem der leicht misanthropische Kommissar Wallander, die von Henning Mankell ausgedachten Kriminalfälle löst. Wir haben sie uns grau und leicht abweisend vorgestellt, stattdessen begrüßen uns schnuckelige Fachwerkhäuschen mit Geranien vor den Fenstern. Nach einer ausgiebigen City-Tour geht es um 15 h weiter.

Leider haben wir wieder den Wind auf der Nase, heute kommt er mit 3-4 Bft aus West. Und so Kreuzen wir bis zur südlichsten Spitze Schwedens. Um 21:45
machen wir im ehemaligen Schmugglerhafen Smygehamm fest. Es sieht hier recht urig aus und der kalkige Untergrund schickt ab und an faulige Blubber an die Oberfläche. Doch das stört nicht weiter. Wir haben das Moskitonetz übers Cockpit drapiert, genießen Zitronen- und Schokoladencreme und werden heute Nacht die Ohropax in die Nasen
stecken.

Unterm Moskitonetz

Freitag 28.07.2006 01:53 - 7,6 Knoten und Baiser Party
55°31,293´N 012°53,518`E

Donnerstag, 27. Juli 2006
04:00 Uhr, das vor uns am Pier liegende Fischerboot fährt zur Arbeit und macht einen Höllenlärm beim ablegen. Geweckt von dem Duft der aufsteigenden Bubbels im Hafen, fragten wir uns ob wir hier wirklich
Frühstücken wollten. Um die Zeit abzukürzen gab es Aufbackbrötchen und obligatorisches Müsli-Bär zum wohlriechenden Kaffee. Leider konnten wir dann doch erst um 10:20 Uhr ablegen, da uns ein Schwedisches Hippieboot zu später Stunde zugeparkt hatte (die waren um 6:00 Uhr noch nicht wach!!)
Jutta schipperte uns aus dem Stinkehafen in Richtung Malmö, mit einer steifen Brise von SE bei strahlendem Sonnenschein, geht es unter vollen Segeln nach Westen.
An Trelleborg vorbei, begegneten wir mehr dicken Fährschiffen als Seglern. Der Wind flaute kurz ab, legte dann aber noch mal richtig zu, so dass wir die Speedmarke von 7,5 kn unserer Vorgänger locker um 0,1 kn überboten haben, da nimmt man häufigeres wechseln des Vorsegels gerne in Kauf. Der neue Rekord liegt jetzt bei 7,6 kn und wartet auf
Herausforderer !!
Voraus sichten wir aus weiter Ferne die Öresundbrücke mit Ihren ca.100m hohen Pfeilern. Zum Einfädeln in unseren Hafen Klagshamn gibt’s endlich
wieder ein bisschen knifflige Navigation mit Tonnen, Fahrrinne und Richtfeuerlinie.
Ein wirklicher netter Hafen erwartet uns, komplett mit Badestrand, kleinen Dachas (bei Bedarf) und netten Nachbarn, die uns auf unsere im Wind an den Mast klöppelnden Falle hinweisen.
Nach Spaghetti und Baiser-Party (gesponsert von Christiane) klingt der Abend als Doppelkopfrunde aus...

Geschwindigkeitsrekord

Freitag 28.07.2006 17:39 - Zu guter Letzt: Endlich Ölzeug!

Schrubber-Tag! Wir machen den Sprung über den Öresund bei frischem Wind, mit etwas Regen (das erste Mal endlich mit Ölzeug!!), aber stabilen sechs Knoten Fahrt, oder mehr... vorbei an der grossen Brücke, dem Liegeplatz des Luxusdampfers Aida, der Meerjungfrau – und schon sind wir in Dänemarks Hauptstadt. Der Hauptstadtfaktor macht sich vor allem in den Liegeplatzgebühren bemerkbar, und in der Zeit, die wir auf Parkplatzsuche verbraten. Das getan, erfährt die ‚Clou’ eine Grundreinigung – was von unseren Liegeplatznachbarn aus sicherer Entfernung mit Interesse und guten Ratschlägen verfolgt wird. Nun bleiben nur noch Feierabendbier, Gepäck packen, Taschentücher für den Abschied morgen früh bereitlegen...

Deckreinigung

Gesamtstrecke Stockholm-Kopenhagen: 470,44sm, davon 334 unter Segel.

Besonderen Dank an Maren Berger, für Ausrüstung eines bestimmten
Crewmitglieds

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Freitag, 16. Juni 2006
Urlaubsidylle auf dem Darß
Die rohrumsäumten Buchten des Boddens, die weiten Wiesen, der urige bis dicht an die See heran reichende Darßwald und der weite Naturbelassene Weststrand betten Born in ein abwechslungsreiches, äußerst reizvolles Landschaftsbild ein.

Born ist ein ehemaliges Bauern-, Fischer- und Seefahrerdorf und liegt auf der Boddenseite der Halbinsel Darß. An schmalen Straßen ducken sich hier verträumte Fachwerkhäuser mit charakteristischen Rohrdächern.

Weitläufige Heide- und Waldwiesen sowie der angrenzende Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft" laden zu allen Jahreszeiten zu Wanderungen, Radtouren und Naturbeobachtung ein, wie beim Kranichzug und bei der Hirschbrunft.



Zum urwüchsigen Weststrand gelangt man mit dem Rad in ca. 15-20 Minuten, und auch zu den breiten Sandstränden im Norden der Halbinsel ist es nicht weit.



Ihre Ferienwohnung befindet sich in einem reetgedeckten Haus und hält 60 qm für zwei Personen bereit; zwei zusätzliche Schlafplätze können im Wohnzimmer bereitgestellt werden. Mit dem Sat-TV lässt sich nicht nur die Fußball-WM gut verfolgen. Von der großen Südterasse haben Sie einen schönen Blick auf den Bodden und den zur Wohnung gehörenden Garten. Stereoanlage, Dusche und Küchenzeile sind vorhanden.

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